Evaluation zeigt: Lebenswelt Schule gibt wichtige Impulse in lokalen Bildungslandschaften

08.08.2011 – Das Programm Lebenswelt Schule begleitet seit 2008 vier Kommunen (Bad Bramstedt, Salzlandkreis, Weiterstadt und Weinheim) auf dem Weg zur Bildungslandschaft. Jetzt liegen erste wissenschaftliche Ergebnisse über die Veränderungsprozesse in den Modellkommunen vor. Sie zeigen: Die Bildungsakteure vor Ort arbeiten enger zusammen, um Kinder und Jugendliche individuell zu fördern.

Das geht aus der Evaluation hervor, die Professor Herbert Schubert (Fachhochschule Köln) im Zeitraum April 2010 bis April 2011 durchführte. Seine Studie konzentriert sich auf die Veränderungen der Verwaltungsstrukturen und der Lern- und Kooperationskultur vor Ort. Dabei stand die Qualität und Nachhaltigkeit der Veränderungen im Mittelpunkt.

In Bad Bramstedt haben alle Schulen gemeinsam ein pädagogisches Konzept erarbeitet und setzen dieses mittlerweile konsequent in allen Schulen im Verbund um. Die Lehrkräfte arbeiten an verschiedenen Schulen und treffen sich regelmäßig schulübergreifend. Im Salzlandkreis arbeiten Bau- und Bildungsdezernat institutionenübergreifend zusammen: Der neu entstandene Campus Technicus steht nicht nur für frisch renovierte Schulräume, sondern inhaltlich für eine Öffnung der Schule zum Sozialraum. Weiterstadt hat seine Ämter neu strukturiert: Jugendhilfe-, Bildungs- und Sozialplanung stimmen sich in der Fachstelle kommunale Bildungsplanung eng aufeinander ab, die Servicestelle „Beteiligung von Kindern und Jugendlichen“ ist zentrale Anlaufstelle für die Weiterstädter. Weinheim verfügte bereits über ein breites Bildungsangebot. In den letzten Jahren haben sie diese eng miteinander verzahnt, insbesondere am Übergang Kita-Grundschule, und bündeln ihre Angebote in einem Bildungsbüro.

So hat das Programm in allen Kommunen verbindliche Strukturen geschaffen, die den Bildungsakteuren dabei geholfen haben, ihre pädagogischen Ziele, etwa ein besseres Übergangsmanagement zwischen Kita, Grund- und weiterführender Schule oder neue Formen der Lerndokumentation, voranzutreiben. Bildungspolitisch relevante Akteure arbeiteten ämterübergreifend zusammen. Schließlich gelang es, Eltern und die Kinder und Jugendlichen selbst an den Veränderungsprozessen zu beteiligen. Der Evaluation zufolge spielten Prozessbegleitung und flexible Steuerungsstrukturen eine wesentliche Rolle für den Erfolg der Prozesse.

Das Programm Lebenswelt Schule ist derzeit in der Abschlussphase.

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