„Die Praxis zeigt den Weg“ – Kommunen stellen ihre Konzepte für Chancengerechtigkeit vor

Von Beate Krol


14.07.2011 - Wie können Kommunen die Ressourcen des Bildungs- und Teilhabepakets erfolgreich einsetzen? Und in welcher Weise können sie darüber hinaus die Bildungsgerechtigkeit für arme Kindern und Jugendliche verbessern? Diesen Fragen widmete sich der erste Beratungssalon der Initiative Bündnisse für Chancengerechtigkeit im Berliner Spreespeicher. Eingeladen waren 15 Vertreterinnen und Vertreter von neun Kommunen, die bereits seit etlichen Jahren Strategien für eine größere Bildungsgerechtigkeit verfolgen und in Zukunft andere Kommunen als Bündnispartner beraten sollen. „Ich bin noch nie bei Kommunen auf so viel Wissen und eine so große Sensibilität gestoßen“, konstatierte der Jenaer Pädagoge Dr. Jörg Fischer, sichtlich beeindruckt.

Wie reich der Erfahrungs- und Ideenschatz bei den Kommunen ist, zeigte sich beim „Spaziergang“ entlang der Pinnwände, auf denen die Kommunen ihre Ansätze vorstellten. Nicht nur die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, auch Gerda Holz, stellvertretende Direktorin des Frankfurter Instituts für Sozialarbeit und Sozialpädagogik (iss) und Eröffnungsrednerin des Beratungssalons, machte sich eifrig Notizen: Dezernats übergreifende Netzwerke, Bildungsbeiräte, -büros und –fonds, Kita-Erzieherinnen und Grundschulpädagogen, die mit Eltern Antragsformulare ausfüllen. „Die Praxis zeigt den Weg“, freute sich die Wissenschaftlerin.

Umgekehrt fühlten sich die Praktikerinnen und Praktiker vom Eröffnungsvortrag „sehr bestärkt“. Unter dem Leitsatz: „Chancengerechtigkeit ist nicht nur Pädagogik, sondern auch Politik“ hatte Gerda Holz auf drei Punkte hingewiesen, die erfüllt sein müssen, wenn sich die Chancen armer Kinder und Jugendlicher in einer Kommune nachhaltig verbessern sollen: einen Armuts- und Sozialbericht erheben, die Ressorts Bildung, Gesundheit und Wirtschaft in einem Netzwerk zusammen binden und gemeinsame Ziele festlegen. Außerdem plädierte die Pädagogin und Volkswirtin dafür, mit den Mitarbeitern vor Ort ins Gespräch zu kommen und Begegnungen mit den Eltern armer Kinder zu schaffen, beispielsweise in Elterncafés.


Zum Vortrag von Gerda Holz geht es hier.

Die Dokumentation der Veranstaltung finden sie hier.

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