Vanessa Alich, Koordinatorin der Bildungslandschaft und des Familienzentrums Satrup.

„Bei Bildung können wir nicht sagen: Heute investieren wir 100 Euro und in zwei Jahren haben wir 200 Euro“

Vanessa Alich koordiniert die Bildungslandschaft und das Familienzentrum Satrup.  Im Interview berichtet sie, wie die Stelle finanziert wird und wo sie Unterstützung bekommen hat.

Frau Alich, wer finanziert die Koordination der Bildungslandschaft Satrup?
Unsere Gemeinde trägt die Kosten. Wurde dadurch Geld an einer anderen Stelle eingespart?


Meines Wissens nicht. Ich weiß von keinem Projekt, das dadurch weggefallen ist.

Mussten Sie Überzeugungsarbeit leisten, damit das Projekt finanziert wird?

Überzeugungsarbeit ist zu viel gesagt. Ich denke, wir haben es gut dargestellt und deutlich gemacht, dass wir klar erkennbare Ziele haben. Die Idee sich zu vernetzen ist nicht neu, Netzwerke gab es schon vorher am Ort. Wir haben aber gezeigt, wie man sie stärken und institutionalisieren kann.

Welchen Mehrwert erhofft sich die Kommune durch die Investition? Kann das Geld langfristig anderswo eingespart werden?

Bei Bildung können wir nicht sagen: Heute investieren wir 100 Euro und in zwei Jahren haben wir 200 Euro. Es geht eher darum, dass Satrup als Bildungsstandort attraktiv bleibt. Als ländlicher Raum ohne Industrie müssen wir umso mehr schauen, dass wir junge Menschen halten und anziehen. Wir hoffen, dass wir durch unsere enge Vernetzung auch präventiv besser arbeiten können, dass man über Probleme spricht, bevor sie anwachsen. So gesehen zahlt sich das irgendwann aus.

Welche Unterstützung haben Sie vom Programm „Bildungslandschaften zwischen den Meeren“ erfahren?

Eine große Hilfe waren die regelmäßigen Netzwerktreffen mit den anderen Modellkommunen. Durch den Austausch mit den Kollegen konnten wir sehen, wo wir stehen, aber auch die ein oder andere gute Idee uns abschauen.

Wo wünschen Sie sich mehr Unterstützung?

Das Land will immer, dass die Kommunen sich an Bildungsinitiativen beteiligen, aber finanziell sollen sie es dann allein stemmen.

Sie haben die Diskussionsrunde „Ohne Moos nix los“ geleitet, wurde dieses Thema von den Teilnehmern angesprochen?

Ja, dieses Problem haben die anderen Kommunen ja auch. Wir waren deshalb der Meinung, dass es beim Land einen Topf für Bildungslandschaften geben müsste, am besten beim Bildungsministerium. Doch hier fängt das nächste Problem an: Für die Bildung, so umfassend, wie wir sie in den Bildungslandschaften verstehen, sind mehrere Ministerien zuständig. Nichtsdestotrotz, eine Lösung müsste gefunden werden, um die Kommunen finanziell zu entlasten.


Das Interview führte Katharina Zabrzynski
Foto: Jens Krystek

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