Karin Heinzen, Leiterin des Sachgebiets Kinder und Jugend der Stadt Bad Oldesloe auf dem Fachtag Bildung gemeinsam verantworten im August 2012 in Kiel

Bildungslandschaften erfahrbar machen

Karin Heinzen ist Leiterin des Sachgebiets Kinder und Jugend der Stadt Bad Oldesloe. Im Interview erzählt sie, wie Beteiligung in ihrer Kommune funktioniert.

Frau Heinzen, eine Bildungslandschaft kann nur gelingen, wenn die Bürgerinnen und Bürger sich aktiv an ihr beteiligen. Wie haben Sie bei den Bewohnern von Bad Oldesloe für Ihre Bildungslandschaft geworben und mit welchem Erfolg?

Wir haben Informationsveranstaltungen organisiert, Einladungen verschickt und eine Internetseite eingerichtet – die ganz normale Öffentlichkeitsarbeit eben. Leider ist die Resonanz bei den Bürgerinnen und Bürgern bis jetzt sehr gering.

Welche Schlüsse ziehen Sie daraus und was wollen Sie in Zukunft anders machen?

Ich denke, eine Bildungslandschaft als Denkkonstrukt ist schwer nach außen zu vermitteln. Wir müssen sie anders transportieren und für die Menschen erfahrbar machen.
Neulich haben wir in einer Arbeitsgruppe über frühe Bildung und Bildungsübergänge gesprochen. Jetzt überlegen wir, mit jungen Schauspielern ein Theaterstück zu diesem Thema zu machen. Indem wir es darstellen, wollen wir gleichzeitig auch andere Bürgerinnen und Bürger dafür gewinnen.

Sie haben die Diskussionsrunde „Raus zu den Bürgerinnen und Bürgern“ geleitet, was haben Sie aus dem Austausch mit Kollegen anderer Kommunen mitgenommen?

Die Idee eine Bildungslandschaft sichtbar zu machen. D. h. allen Beteiligten ein gemeinsames Label zu geben, in Form eines Schildes, eines Aufklebers oder ähnliches.


Welche Unterstützung haben Sie über das Programm „Bildungslandschaften zwischen den Meeren“ erfahren?

Am wichtigsten war für mich die Prozessbegleitung durch das Programm Das fing schon mit einem kurzen Anruf an, um mitzuteilen wo wir gerade stehen, bis hin zu der Bitte in einer Arbeitsgruppe, in der es Konflikte gibt, als Moderatorin zu vermitteln.

Wo würden Sie sich mehr Unterstützung wünschen?

Das Programm ist zu kurz. Eigentlich fangen wir jetzt erst richtig an. Es braucht seine Zeit, die Kommunikation zwischen den Akteuren herzustellen. Aber auch zu verstehen: Was ist das, worauf wir uns einlassen? Wie funktioniert es anderswo und wie kann es bei uns funktionieren?

Wie sieht Ihre Vision von der Bildungslandschaft Bad Oldesloe aus?

Ich wünschte mir, im regelmäßigen Kontakt mit den Bürgerinnen und Bürgern zu stehen, so ihre Bedürfnisse und Wünsche zu erfahren und gemeinsam zu schauen, wie man sie umsetzt.

Was muss sich ändern, damit Ihre Vision Wirklichkeit wird?

Es ist noch keine Selbstverständlichkeit, dass Bürgerinnen und Bürger sich beteiligen, viele haben Angst vor zu vielen Forderungen, aber auch Zweifel, ob es wichtig ist, was sie wollen.
Ich denke, da sind wir alle gefragt, dies zu ändern. Die Kommune lebt von der Lebendigkeit ihrer Bürger, wenn ich Dinge nach außen strahle, dann aktiviere ich auch die Menschen, die dort leben. Das ist meine Vision: eine lebendige Kommune.



Das Interview führte Katharina Zabrzynski.

Foto: Jens Krystek



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