Morgens halb zehn im niedersächsischen Uslar – in einem Sportheim zwischen saftig grünen Wiesen und Feldern richten sich nach und nach fünf Tagesmütter und deren Kinder ein für ihren monatlich stattfindenden gemeinsamen Aktionstag. Es herrschen Gewusel und Gespringe, Rufen und Kreischen, Lachen und Schreien. Melissa will nicht teilen. „Nein, das  Bausteinen aus Schaumstoff zu sich heran. Das Spielzeug war ein Geschenk ihrer Mutter an die Tagesmütter von Uslar. Birgit Holz, Betreuerin der kleinen Melissa, packt das Geschenk aus, bezieht das Mädchen behutsam mit ein, bietet ihr den blauen, viereckigen Stein mit Loch an. Seit vier Jahren arbeitet die 41-Jährige als Tagesmutter. Eine patente Frau: Kurzhaarschnitt, Brille, offenes Lachen. Gelernt hat sie Bekleidungsfertigerin, doch ihr Wunsch war schon immer groß, für die eigenen Kinder und gern auch die anderer Leute da zu sein. Schon als ihre heute 14-Jährige Tochter noch ein Säugling war, sei ihr die Idee gekommen, sagt sie. „Aber damals gab es so etwas wie eine Tagesmutter in Uslar noch gar nicht, ganz zu schweigen von Kitas oder Krippen“, erzählt sie. Ihren Traum erfüllen, kann sie sich erst zehn Jahre und zwei Söhne später.

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