Change Story: Hagen Rothkirch, Leiter der Carl-Ulrich-Grundschule in Weiterstadt

Eine Schule in einer Stadt zu leiten, die die Bildung ihrer Kinder zur Chefsache macht? Über alle Institutionen und Parteien hinweg? Als die Carl-Ulrich-Grundschule in Weiterstadt vor anderthalb Jahren einen Nachfolger für die erkrankte Rektorin suchte, griff Hagen Rothkirch sofort zu: „Für mich ist es genau das, wo wir hin müssen. Die Kinder sollen ein bestmögliches Lern- und Wohlfühl-Umfeld bekommen.“

Dafür hat der 39-Jährige, der selbst zweifacher Vater ist, nicht nur 70-Stunden-Wochen, sondern auch etliche Konflikte in Kauf genommen. „In Hessen gilt die pädagogische Freiheit traditionell als extrem hohes Gut“, sagt Hagen Rothkirch. Längst nicht jeder der 37 Lehrerinnen und Lehrer habe die Zusammenarbeit der verschiedenen Bildungseinrichtungen und Institutionen daher für eine gute Idee gehalten. Auch die Angst, den neuen Lehranforderungen nicht gewachsen zu sein, habe bei manchen zur Ablehnung geführt. „Ich muss mich hinterfragen, und das ist ein schmerzhafter Prozess.“
   
Inzwischen haben sich die Wogen geglättet. „Die Kollegen haben gemerkt, dass sie den Kindern damit etwas Gutes tun“, meint Hagen Rothkirch. Auch die selbstorganisierten Seminare hätten die Kollegen mehr und mehr schätzen gelernt. Obwohl sie zeitlich oft sehr belastet seien, würden sie sich immer wieder zu Fortbildungen anmelden. „Es gibt Lehrer, die sagen: `So geht das nicht mehr weiter, Herr Rothkirch´, trotzdem sind die total engagiert.“
    
Hagen Rothkirch selbst hat in den vergangenen Monaten immer wieder fasziniert, wie intensiv und konstruktiv die Zusammenarbeit in den Gremien war. „Alleine wären wir nie so weit“, ist er sich sicher. Dass es dabei gelegentlich „mal geknallt hat“, gehört aus seiner Sicht zu so einem umfassenden Veränderungsprozess dazu. „Wir drehen ein riesen Rad. Da bleibt kein Stein auf dem anderen.“

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