Übergänge

Übergänge im Bildungsverlauf – beispielsweise von der Familie in die Kita
oder von der Grundschule in die weiterführende Schule – sind wichtige Entwicklungsschritte für Kinder und Jugendliche. Für viele Heranwachsende stellen sie neue Herausforderungen dar, die sie in ihrem Selbstbewusstsein und auf ihrem Weg ins Erwachsenwerden stärken. Für viele bedeuten Übergänge aber auch Hürden, die nur schwer zu überwinden sind und Wegscheiden, die von Orientierungslosigkeit gekennzeichnet sind. Nicht selten enden diese Bildungswege im Nirgendwo.

Von Kindern und Jugendlichen aus denken

Ziel muss es jedoch sein, dass Hürden zu Schwellen werden und Bildungsverläufe fließend verlaufen. Dafür ist ein konsequentes Umdenken erforderlich, bei dem nicht die Institutionen, sondern die Kinder und Jugendlichen im Mittelpunkt stehen. Die Übergangsgestaltung muss von den Stärken jedes Einzelnen aus gedacht werden und von der Frage geleitet sein, wie jede und jeder einzelne optimal unterstützt werden kann, dass er oder sie seine Potenziale voll zur Entfaltung bringen kann.

Fachkräfte, Eltern und Kinder übernehmen gemeinsam Verantwortung

Der Kreis der für Bildungsverläufe und Übergänge Verantwortlichen muss hierfür ausgeweitet werden. Wenn eine Kommune das Themenfeld Übergänge für sich als zentrales Entwicklungsthema erkennt, ist es von Bedeutung, das Umfeld der Erziehungs- und Bildungseinrichtungen in die Gestaltung und Verantwortungsübernahme einzubeziehen. Fachkräfte, Eltern und die Kinder und Jugendlichen müssen eine interdisziplinäre und gut funktionierende Kooperationsgemeinschaft bilden. 

 

Trotz vieler Initiativen ist eine positive Kooperationskultur jedoch nach wie vor vielerorts nicht ausgeprägt; oftmals fehlt es an grundlegenden Kenntnissen der einzelnen Fachkräfte über die Arbeit der jeweils anderen. Die Qualität der Zusammenarbeit hängt dabei stark vom Engagement und dem Grad der Verantwortungsübernahme jedes einzelnen ab. Mancherorts werden Kooperationsvereinbarungen geschlossen, die aber sehr unterschiedlich mit Leben gefüllt werden.

Bildungslandschaften als Rahmen gelungener Übergänge

Bildungslandschaften sind ein hervorragender Rahmen, um Optimierungen in der Kooperation am Übergang herzustellen, in der Verbindlichkeit, Verantwortungsübernahme, Vertrauen und Transparenz im Wissen und Handeln gelebt wird. In lokalen Bildungsnetzwerken von engagierten Fachkräften, Eltern und kommunalen Einrichtungen kann in gemeinsamer Verantwortung ein neues Bildungs- und Erziehungsverständnis verabredet werden, das dazu beiträgt, dass Übergangssituationen fließend verlaufen und nicht zu Brüchen führen. Es entsteht eine Kultur, die dazu führt, dass Übergange bewusst von den Stärken aus gestaltet werden und alle Akteure sich wirklich für das Weiterkommen jedes Kindes und Jugendlichen interessieren und engagieren.

Auf eine Kurzformel gebracht bedeutet dies: Wenn das Thema Übergangsmanagement zu einem zentralen Entwicklungsthema in lokalen Bildungslandschaften wird, dann bestehen Chancen dafür, dass:

 

  • in der Kommunalpolitik das Thema Übergänge eine hohe Priorität erhält,

  • die Optimierung von Übergängen als Querschnittsaufgabe in allen Bildungs- und Erziehungseinrichtungen gesehen wird,

  • die operative Umsetzung in einem eigens hierfür initiiertem, bedarfsgerechten Netzwerk erfolgt,

  • in dem verbindliche und überprüfbare Absprachen zur Übergangsgestaltung zwischen den beteiligten Bildungseinrichtungen getroffen werden,

  • institutionenübergreifend eine bessere Kenntnis über und ein besseres Verständnis für angrenzende und anschließende Abschnitte im Bildungsverlauf entstehen und

  • insgesamt die Zusammenarbeit durch eine Kultur der Verantwortungsübernahme, Verbindlichkeit, der konstruktiven Problemlösung und Partizipation entsteht,

so dass all diese Effekte dazu beitragen, dass die Chancen auf gelingende Übergänge steigen und mehr Kinder und Jugendliche einen individuellen, auf ihre Stärken aufgebauten Bildungsverlauf nehmen können.



Zum Weiterlesen

Weinheim und Weiterstadt setzen in ihrer Bildungslandschaft einen besonderen Fokus auf das Thema Übergänge.

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