Lernförderung

Noch immer verlassen mehr als 50.000 Schülerinnen und Schüler in Deutschland die Schule ohne einen Abschluss. Schulen, freie Träger, Kommunen und Kultusministerien arbeiten an Lösungen, um diese Zahl zu verringern. Doch wie genau kann man Kinder und Jugendliche in dem stärken, was sie gut können und sie motivieren, sich auch in anderen Bereichen zu verbessern? Welcher pädagogische Ansatz hilft, damit Schülerinnen und Schüler wieder Spaß am Lernen haben? Wie können Kommunen Verantwortung übernehmen?

 

Lernförderung ist mehr als Nachhilfe

Lernförderung ist mehr als den Lernstoff aus der Schule nachzuholen. Kinder und Jugendliche sollen Spaß am Lernen haben und erfahren, dass sie etwas können. Projektlernen setzt genau dort an. Die o.camps, ein gemeinsames Programm der Deutschen Kinder- und Jugendstiftung und des Hessischen Kultusministeriums, verbinden fachliches Lernen mit gemeinsamer Projektarbeit und Freizeit. Mehr als 80 Prozent der Teilnehmer schaffen danach den Sprung in die nächste Klasse.


Zum 1x11 der Camps
Zur Website der o.camps


Auch durch forschendes Lernen bekommen Schülerinnen und Schüler neue Zugänge zu altbekannten Schulfächern wie Mathe oder Deutsch: In Projekten erkunden sie beispielsweise, wie viel Mathematik im Alltag steckt oder welche Verbindungen es zwischen den Fächern Kunst, Musik und Deutsch gibt. Ausgangspunkt der Projekte sind die eigenen Fragen und Interessen der Jugendlichen.


Zur Broschüre Kinder entdecken die Welt

Zur Website des Programms Mathe.Forscher
Zur Website des Programms Kultur.Forscher!


Wie Lernen an der Schule anders gestaltet werden kann, zeigt auch die Publikation "Auf neuen Wegen!" die im Ganztagsschulprogramm Ideen für mehr! Ganztägig lernen. entstanden ist.


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Netzwerke für Schulerfolg

In Sachsen-Anhalt sind im Rahmen des Programms Schulerfolg sichern! regionale Koordinierungsstellen entstanden. Sie beraten Schulen, stärken die Zusammenarbeit zwischen Schulsozialarbeitern und Lehrkräften und schauen, welche Ämter, Jugendhilfeträger und Vereine man vor Ort einbinden kann, um Kinder und Jugendliche zu stärken.

Zu den Publikationen im Programm Schulerfolg sichern!


Kommunen übernehmen Verantwortung

Die Samtgemeinde Bersenbrück und der Landkreis Oberhavel organisieren Lernförderung kommunal. In Bersenbrück bietet die „Bildungs- und Lernberatung im nördlichen Osnabrücker Land“ (bilnos) kostenlose, außerschulische Lernförderung an und qualifiziert Lehrkräfte im Umgang mit Lernschwächen. Der Landkreis Oberhavel hat eine Volkshochschule gegründet. Dort können Kinder und Jugendliche in kleinen Lerngruppen den Stoff aus der Schule nachholen.

Zur Reportage über bilnos
Zur Reportage über die junge VHS im Landkreis Oberhavel



Die Ressourcenfrage

Viele Kommunen stehen vor der Frage, wie sie solche Angebote finanzieren können. Das Bildungs- und Teilhabepaket (BuT) stellt Mittel für Lernförderung zur Verfügung, allerdings sind viele Städte, Gemeinden und Landkreise noch unsicher, wie sie die Mittel aus dem BuT mit ihren Strukturen verzahnen können. Fragen, Ansätze und Lösungen haben sie zum Beispiel auf einem Beratungssalon im Rahmen der Initiative Bündnisse für Chancengerechtigkeit diskutiert.

Zur Dokumentation des Beratungssalons

Andere Kommunen suchen sich private Bildungspartner, um die Lernbedingungen für Kinder und Jugendliche zu verbessern. Das Projekt bilnos etwa wird gemeinsam vom Landkreis und sechs Unternehmerstiftungen finanziert. In Lübeck hat die Stadt gemeinsam mit privaten Stiftungen einen Bildungsfonds aufgesetzt. Dort fließen Ressourcen aus dem Land, der Kommune und private Mittel ein und werden so verteilt, dass alle Kinder besser gefördert werden können.

Zum Lübecker Bildungsfonds

 


Foto: DKJS/Masterpress

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