Schulleiterin arbeitet an Flipchart

Dossier kommunales Bildungsmonitoring

22.08.2012 – Die Menschen vor Ort wissen am besten was sie brauchen – dieser Leitsatz steht oft am Anfang einer Bildungslandschaft. Doch wie kommt man an dieses Wissen heran? Und wie setzt man das Wissen so ein, dass Kinder und Jugendliche optimal unterstützt und begleitet werden?

Zurzeit entwickeln viele Kommunen ein kommunales Bildungsmonitoring. Darunter fallen systematische und regelmäßige erhobene Informationen, die Aufschluss geben, wie sich Bildungs- und Teilhabeangebote entwickeln, wen die Angebote erreichen und wo es noch Entwicklungsbedarf gibt.

Diese Informationen können die Entscheidungsgrundlage für Investitionen, Umschichtungen und thematische Schwerpunkte in der Bildungslandschaft bilden. Sie zeigen auch, ob Reformen greifen, wie sie wirken und an welchen Punkte eine Kommune nachsteuern muss.

Bildungsberichterstattung

Eine Form, die Ergebnisse des Bildungsmonitorings aufzubereiten, sind Bildungsberichte. Sie beschreiben die Bildungssituation vor Ort und nehmen formelle wie informelle Bildungsangebote in den Blick. Besonderes Augenmerk liegt auf den Übergangssituationen. Darüber hinaus können Kommunen einen inhaltlichen Schwerpunkt setzen, beispielsweise auf Elternarbeit oder kulturelle Bildung.

Qualitätsmerkmale eines kommunalen Bildungsberichts können Sie in der Handreichung des Programms Lernen vor Ort nachschauen.

Kommunales Bildungsmonitoring in der Praxis

Wiesbaden und Nürnberg erheben nicht nur bildungsbezogene Daten, sondern verknüpfen ihre Bildungsberichterstattung mit Daten aus Armuts- und Familienberichten. Daraus entstehen ressortübergreifende Strategien. Wiesbaden beispielsweise hat ein Kompetenz-Entwicklungs-Programm am Übergang von der Schule in den Beruf aufgesetzt. In der frühkindlichen Förderung gibt es ein stadtteilorientiertes Modell mit einem inhaltlichen Schwerpunkt auf Elternarbeit.

Weitere Infos finden Sie hier.

Auch die Landeshauptstadt München hat ein datenbasiertes Steuerungskonzept für ihre rund 12.000 Kindertageseinrichtungen entwickelt. Sie besteht insgesamt aus neun Faktoren und kombiniert gesetzliche Fördermittel mit zusätzlichen Leistungen der Kommune. Ziel ist es, zukünftig alle Kindertageseinrichtungen nach den gleichen Grundsätzen zu fördern, aber dennoch jede Kita mit ihren individuellen Schwerpunkten zu unterstützen. Das Projekt ist Teil des Programms Lernen vor Ort des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF).

Mehr zu Entstehungen, aktuellen Herausforderungen und den nächsten Schritten gibt es im bewegt!-Magazin "Der frühe Vogel... Frühe Bildung zwischen Überforderung und Machbarkeit".

Das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF) verlinkt auf seiner Internetseite auf kommunale Bildungsberichte innerhalb und außerhalb von Lernen vor Ort, von Groß- und Kleinstädten sowie Landkreisen.

Die Übersicht finden Sie hier.

 

Bildungsdaten auf einen Klick

Die neue Kommunale Bildungsdatenbank der Statistischen Ämter von Bund und Ländern liefert kostenfrei Daten aus den verschiedenen Bildungsbereichen. Auf der Ebene der Landkreise und kreisfreien Städte sind das Daten der Kinder- und Jugendhilfe, der Schule, Berufsbildung und Hochschulen. Zusätzlich stehen Daten zu den Rahmenbedingungen zur Verfügung, in denen Bildungsprozesse stattfinden.
www.bildungsmonitoring.de


Foto: Steffen Freiling

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