West-Fuß trifft linke Hand – Kooperative Bildungsstrukturen vor Ort

Um kooperative Bildungsstrukturen vor Ort aufzubauen, bedarf es in Schulen eines Perspektivwechsels: Konsequenter als bisher muss Schule sich dem Stadtteil öffnen und wieder ein Teil des öffentlichen Lebens in den Quartieren werden. Auch andere Akteure im Stadtteil – wie beispielsweise Kultureinrichtungen, Bibliotheken, Weiterbildungsträger, Sportvereine, religiöse Gemeinschaften, lokale Ökonomie – müssen Verantwortung für die Bildungssituation vor Ort wahrnehmen.

Eine nachhaltige Kooperation zwischen den verschiedenen Partnern herzustellen ist nicht einfach, da es starke Unterschiede zwischen den Einrichtungen gibt, nicht nur was Inhalte, Philosophie und Zielgruppen betrifft, sondern auch hinsichtlich Strukturen, Finanzen und Personal. Asymmetrische Strukturen erschweren Kooperationen, aber sie bieten auch großartige Chancen für eine produktive Zusammenarbeit: Wenn etwa die große Institution Schule mit einer kleinen experimentierfreudigen Kultureinrichtung kooperiert und eine Volkshochschule mit Kompetenzen in der Erwachsenenbildung integriert, können Projekte gelingen, die Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte gleichermaßen in eine neue Qualität von Bildungslandschaft einbinden.

Hilfreich ist der gemeinsame Blick auf den Stadtteil als Basis der Kooperation, denn der Stadtteil ist ein entscheidender Hintergrund für gelingende (oder benachteiligende) Bildungsbiografien. Gestaltung von Bildungsübergängen, Integration von kulturell und sozial Benachteiligten, Aktivierung von Eltern, Bildungsberatung – all das kann Schule nur im Zusammenspiel mit allen zivilgesellschaftlichen Akteuren eines Stadtteils schultern. Um integrierte Strukturen aufzubauen, bedarf es Kooperationen auf Augenhöhe, gemeinsamer Perspektiven und Ziele und sinnvoll definierter Handlungsfelder, in denen die Kompetenzen aller Partner zum Zuge kommen.

Gelingen solche Kooperationsstrukturen vor Ort, ist dies nicht nur für den Bildungsweg von Schülerinnen und Schülern bedeutsam, sondern sie sind auch ein wichtiger Schritt für die Stärkung städtischer Zivilgesellschaft.

 

Wie dies gelingen kann, aber auch welche Achtungszeichen zu bedenken sind, können Sie in Lutz Liffers (Kultur Vor Ort e.V. Bremen) Text "West-Fuß trifft linke Hand - Schule und Stadtteil sollten miteinander tanzen lernen. Dabei muss man sich auch mal auf die Füße treten" nachlesen.

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